Resilienz bezeichnet eine psychische Widerstandskraft: Die Kraft, mit Krisen einen Umgang zu finden. Resiliente Menschen vertrauen auf ihre Stärken, suchen nach Lösungen und sind sozial vernetzt.

In den Geschichten von Astrid Lindgren wird resilientes Verhalten anschaulich. Viele ihrer Figuren begegnen schwierigen Situationen und lösen diese verantwortlich und kreativ.

Rasmus ist ein Waisenjunge, der sich selbst Eltern sucht: Er begegnet Oskar, der im Sommer als Landstreicher unterwegs ist. Die beiden mögen sich und so findet Rasmus eine Familie. Ronja Räubertochter wächst wohlbehütet inmitten einer Räuberbande auf. Doch durch ihre Streifzüge im Wald und ihre Freundschaft mit Birk vertraut sie zunehmend ihrer Intuition und entscheidet sich gegen ein Räuberleben. Auch Michel lässt sich von seinem Kurs nicht abbringen, obwohl er als Konsequenz seiner Taten so manche Stunde im Tischlerschuppen verbringt.

A. Lindgren kannte vermutlich den Begriff „Resilienz“ nicht. Doch ihre Figuren sind, jede auf ihre Weise, ausgesprochen widerstandsfähig! R. Brooks und S. Goldstein schreiben, dass resiliente Kinder sich als die fühlen, „die sie sind, und damit als etwas Besonderes, und sie wissen, dass sie wertgeschätzt werden.… Sie … betrachten … Fehler, widrige Umstände und Hindernisse eher als Herausforderungen, denen man sich stellen muss, und nicht als Belastungen, denen man besser aus dem Wege gehen sollte…“ (R.Brooks und S.Goldstein: „Das Resilienz-Buch. Wie Eltern ihre Kinder fürs Leben stärken.“ Klett-Cotta 2015).

Eltern, Lehrer und Erzieher können in ihrem Wirkungsbereich das Resilienzvermögen von Kindern auf vielfältige Weise steigern, zum Beispiel durch das Vorlesen von Lindgrens Büchern!