Meiner Bitte um eine Zuschrift zum Thema »Würde« sind einige von Ihnen nachgekommen; mehrere haben auf den Artikel 1 des Grundgesetzes hingewiesen. Darin steht: »Die Würde des Menschen ist unantastbar.«

Sprachgeschichtlich ist die »Würde« mit dem Wort »Wert« verwandt und bezeichnete früher Rang, Ehre, das Verdienst oder Ansehen einer einzelnen Person.

Heute können sowohl Rituale (»eine würdige Feier«), ein Amt oder eine Amtspersonen Würde haben. Mit Blick auf einzelne Menschen hat Würde etwas mit dem Wert einer Person zu tun, welcher ihr Achtung verleiht und dadurch eine besondere Bedeutung.

Hier lesen Sie weitere Gedanken und Assoziationen aus meinem Netzwerk:

»Werte • AnerkennUng • IntEgrität • Respekt • InDividuum • Ehre«

»Die Würde des Menschen ist unantastbar. Somit ist die Würde mein ganz persönliches Schutzschild. «

»Jeder Mensch besitzt Würde. Sie beschreibt den inneren Wert eines jeden Menschen.

Wie das Wort »Würde« in unserer Gesellschaft verstanden und mit Bedeutung gefüllt wird, ist jedoch sehr unterschiedlich und leider oft von Geschlecht, Erziehung und Herkunft abhängig.

Unser Grundgesetz erklärt: »Die Würde des Menschen ist unantastbar.« Dennoch wird dieses Prinzip nicht immer gelebt, weil häufig unklar bleibt, was Würde im konkreten Miteinander bedeutet. Solange dieser innere Wert nicht für alle Menschen gleichermaßen anerkannt wird, wird es weiterhin Handlungen geben, die Menschen zu Opfern und Tätern machen.«

»Würde hat eine zitronengelbe Farbe, die ein wenig in Richtung Sonnengelb strahlt.
Würde hat sich von Zwängen und Ängsten befreit, Würde ist frei.«

»Würde behält derjenige, dem zugehört wird, auch wenn er oder sie eine andere Meinung hat.«

»Ganz spontan fällt mir die Farbe Gelb ein.«

»Liebevoll • anerkennend • Ich sehe Dich. • Respekt«

»Unantastbar • Grundgesetz • aufrechter Gang • eindeutig • klar • strahlend«

»Für mich ist Würde ein Wort, das wohlige Wärme auslöst. Ich habe es sehr mit älteren Menschen verknüpft, aber auch mit Mensch mit Einschränkungen.

Sie hat die Farbe Orange und wir verlieren sie schnell, im Umgang mit modernen Medien und im Alltagstrubel hellip; auch ist sie eine Verwandte von Verständnis und Wertschätzung.«

Aus den Zuschriften wird deutlich, dass Würde eine sehr politisch-gesellschaftliche Dimension hat, doch ich bleibe bei »meinem Leisten« und nähere mich der Würde mit Blick auf die Familie, die Pädagog*innen und in besonderem Maße mit Blick auf die Kinder.

Wenn ich von den oben genannten Begriffen ausgehe, dann ist ein würdevoller Umgang geprägt von Liebe, Anerkennung, Respekt, Aufmerksamkeit, Individualität, Aufrichtigkeit, Klarheit, Freiheit, Zuhören und er strahlt in einem warmen Gelbton.

Das bedeutet für mich, dass ein würdevoller, warm-gelber Umgang innerhalb einer Familie sowie in Kitas und Schulen geprägt sein sollte von Liebe, Anerkennung, Respekt, Aufmerksamkeit, Individualität, Aufrichtigkeit, Klarheit, Freiheit und gegenseitigem Zuhören.

In meinen Augen hat Jesper Juul mit seinem Begriff der »Gleichwürdigen Erziehung« diesen Zusammenhang wunderbar treffend beschrieben:

»Egal, wie problematisch wir das Verhalten von Kindern empfinden, wir sollen nie aufhören, sie als Menschen gleicher Würde zu behandeln.« (1)

Auf Seiten der Eltern ist es ebenfalls bedeutsam, dass auch sie auf einen würdigen Umgang des Kindes mit ihnen achten: Ich erlebe es in der Beratung immer wieder, dass Eltern meine Bestärkung darin benötigen, sich nicht beleidigen oder schlagen zu lassen! Das bedeutet, es ist wesentlich, auch meine eigene Würde ernst zu nehmen, mich nicht entwürdigend behandeln zu lassen und in der Erziehung meine führende Rolle mit liebevoller Klarheit gut auszufüllen.

Beim Schreiben dieses Impulsletters wird mir bewusst, dass das Thema »Würde« ein sehr großes ist und viele interessante und wichtige Aspekte des Zusammenlebens berührt. Ich hoffe, dass Sie einige Anregungen gewonnen haben und der Würde vielleicht in Gesprächen noch weiter nachstiefeln.

Mit herzlichen Grüßen, Ihre Monika Reetz

 

(1) zitiert aus familylab.de